Suche nach Erfahrung und Ideen

Werra-Meißner. Das Stichwort Inklusion wird immer wichtiger. Menschen mit Behinderung sollen nicht in Sonderwelten leben, sondern in der Mitte der Gesellschaft. Die Politik möchte für ihre uneingeschränkte Teilhabe die Rahmenbedingungen schaffen. Im Hessischen Landtag wurde deshalb im Mai das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG) verabschiedet. Mitglieder des Sozialausschusses der CDU besuchten auf ihrer Sommertour jetzt den Verein Aufwind in Eschwege, bevor sie zum Klinikum in Hersfeld-Rothenburg weiterreisten. Organisiert wurde die Reise von MdL Lena Arnold und angeführt von Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel.

„Uns geht es darum, dass wir nun ein System von Hilfen aufbauen müssen“, sagte Dippel. „Wir suchen nach positiven Möglichkeiten. Wir möchten freie Träger unterstützen, damit sie Menschen helfen. Dazu nehmen wir gute Anregungen gerne auf.“ Gute Vorbilder könnten so auch auf andere Anbieter übertragen werden. Als langjährige Anbieter von Hilfen für Menschen mit seelischer Behinderung im Werra-Meißner-Kreis, führten die Vorstände von Aufwind, Matthäus Mihm und Hartmut Kleiber, den Politikern vor, wie man Angebote für Klienten organisieren kann. Das Angebot von Aufwind erstreckt sich von der psychosozialen Beratung über betreutes Wohnen, den Besuch einer Tagesstätte und die Beschäftigung in einer Werkstatt bis hin zu integrierten Arbeitsplätzen für Menschen mit Schwerbehinderung.

Matthäus Mihm und Harmut Kleiber haben im Verein ein System entwickelt, wie individuelle Hilfepläne für einzelne Klienten entwickelt werden können. Dadurch soll sichergestellt sein, dass die Hilfe ohne Verwaltungsaufwand gezielt auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt wird. Das Geheimnis besteht in kleinen Einheiten sowie in Leistungsminuten, die in jedem Bereich von Aufwind den gleichen Wert besitzen. „Für uns gilt das Prinzip: So viel Hilfe wie nötig, so wenig wie möglich“, sagt Matthäus Mihm. Klienten sollen Anleitung und Unterstützung erhalten, ihren Alltag selbstbestimmt zu gestalten. „Es ist für Menschen mit seelischer Behinderung wichtig, von der Bevölkerung anerkannt zu werden“, sagte Mihm. Bestes Beispiel sei die Kaffeerösterei „Röstwerk“ am Marktplatz in Witzenhausen. Die Beschäftigten, die dort auf einem integrierten Arbeitsplatz tätig sind, müssten weniger oft die Tagesstätte besuchen, weil die Arbeit ihnen eine Aufgabe biete, mit der sie ihr Leben positiv gestalten könnten. Deshalb habe Aufwind viele kleinere Einheiten, in denen Menschen mit Behinderung Bestätigung finden können.

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