Teilhabe durch Hühner

Mit einem Hühnermobil schafft das Netzwerk für Integration in Arbeit „Stellenwert GmbH“ Menschen mit einer Behinderung eine neue Möglichkeit, am Arbeitsleben teilzuhaben. „Mit dem Projekt FrEIwerk schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe“, freut sich Stellenwert-Geschäftsführer Matthäus Mihm, der auch Vorsitzender des Vereins Aufwind ist. „Zum einen wollen wir zu den Ersten im Landkreis zählen, die Menschen mit psychischen Behinderungen Zuverdienstmöglichkeiten durch niederschwellige Arbeit geben, die kein Vorwissen erfordert und die Teilnehmer nicht überfordert“, sagt er. Nicht zu unterschätzen sei der regionale Wertschöpfungseffekt, der durch den Verkauf von Freilandeiern entstehe. „Und da wir als Netzwerk und Verein Betreiber mehrerer Lebensmittelläden und gastronomischer Betriebe sind, liegt es nahe, die dort benötigten Eier auch selbst zu produzieren“, sagte Mihm.

Hühnermobil angeschafft

Zu diesem Zweck wurde nun also ein Hühnermobil angeschafft, das am Stadtrand von Witzenhausen steht. 250 Hennen sollen hier künftig täglich rund 225 Eier legen, die die Projektteilnehmer einsammeln und verpacken sollen. Zu den anfallenden Arbeiten zählen darüber hinaus die Fütterung und Haltung der Tiere sowie die Pflege des Hühnermobils. „Diese Tätigkeiten sind für psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen im Rahmen einer guten Qualifizierung leicht zu erlernen“, meint Matthäus Mihm. Bislang habe man einen Mitarbeiter gefunden, der sich um das Mobil und die Tiere kümmert. „Jetzt bewerben wir das Projekt und hoffen, die Zahl der Teilnehmer deutlich aufstocken zu können“, so der Stellenwert-Geschäftsführer. Das Mobil biete Zuverdienstmöglichkeiten für bis zu acht Projektteilnehmer. Diese sollen zum einen vom Verkaufserlös der Eier finanziert werden, zum anderen fördert der Werra-Meißner-Kreis als Modellregion zur Inklusion das Projekt durch eine Betreuungspauschale je Anwesenheitsstunde der Teilnehmer. „Es geht hier nicht darum, anderen Betrieben Konkurrenz zu machen“, betont Landrat Stefan Reuß. „Wir wollen vielmehr, dass Menschen mit Handicap am Berufsleben teilhaben können.“ Ein Handicap könne schließlich jeder von uns von heute auf morgen bekommen. „Und dann wären wir froh, dass es solche Angebote gibt“ so Reuß.

Dank an Unterstützter

Die Gesamtkosten für das Projekt beziffert Matthäus Mihm mit rund 70 000 Euro, wobei 35 000 Euro durch das Integrationsamt Hessen gefördert wurden und 15 000 Euro aus der heimischen Wirtschaft gesponsert wurden. „Mein Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, dass wir dieses Projekt umsetzen konnten“, betont Mihm. Schließlich sei Arbeit einer der wichtigsten Bausteine, wie Menschen mit Behinderung Teilhabe erlangen. (per)

 

Quelle: Werra-Rundschau / Fotos: Schröter, Weber

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